
Geschichte von Los Angeles an der Westküste der USA.
Juan Rodríguez Cabrillo entdeckt die Region und beansprucht sie für Spanien. 1771 Gründung von San Gabriel durch Franziskaner. Bau eines Forts um es vor den Ureinwohner zu schützen.
Der Gouverneur von Kalifornien Felipe de Neve entsendet elf Familien zur Besiedlung in das Land. Am 4. September 1781 gründen 44 Siedler, die von Viehzucht leben, Los Angeles. Im Auftrag von US-Präsident Jefferson erkunden die Offiziere Meriwether Lewis und William Clark 1803 den Landweg zur Pazifikküste. Es kommen mehr und mehr US-amerikanische Siedlern in das Gebiet.
Mexiko wird 1821 unabhängig und übernimmt auch Los Angeles. 1835 erhält es Stadtrechte. 1836 leben 2.228 Einwohner, meist Amerikaner, Chinesen und Mexikaner in der Stadt. William Die erklärt 1846 die Unabhängigkeit Kaliforniens. Im Mexikanisch-Amerikanischen Krieg wird Kalifornien von US-Truppen besetzt. 1848 lösen Goldfunde um Sacramento einen Goldrausch aus. Los Angeles erhält einen wirtschaftlichen Aufschwung durch Handel mit den Goldsuchern.
1850 wird Kalifornien ein Staat der USA und Los Angeles erhält nun auch die US-Stadtrechte. Der Sezessionskrieg 1861-1865 zwischen den Nord- und den Südstaaten berührt die Region kaum.
1861/1862 kommt es zu Überschwemmungen und Dürre. Viele Farmen geben auf, es kommt zu Grundstücksspekulationen und zum Zuzug weitere Einwanderer aus China, Japan und Europa.
Insbesondere die Chinesen sind wenig anerkannt und es kommt zu antichinesischen Ausfällen. Die Bevölkerung der Angelenos wächst und um 1900 hat die Stadt ca. 102.000 Einwohner. 1910 sogar 320.000. Insbesondere die Anbindung an die Eisenbahn (1876 Union Pacific Railroad) beschleunigt diese Entwicklung.
Es kommt zur Eingemeindung von umliegenden Siedlungen wie San Pedro, Wilmington und Hollywood. Die damalige mexikanische Elite wird mehr und mehr abgelöst durch Zuwanderer aus dem mittleren Westen der USA. 1914 wird der Hafen von Los Angeles gebaut (in San Pedro).
Neue Bewässerungstechniken ermöglichen intensiven Anbau von Zitrusfrüchten. Los Angeles wird zum Symbol für Sonne, Zitrusfrüchte und eine saubere Umwelt. Ab 1890 wird Kohle gefördert, ab 1892 Erdöl. 1923 werden 25% der Weltfördermenge von Öl in der Region gefördert. Bis heute spielt die Erdölförderung noch eine Rolle, wenn auch heute in geringerer Form.
Ab 1913 sorgt ein neu errichteter Aquädukt für den erhöhten Wasserbedarf der Stadt, die sich in einer halbtrockenen Klimazone befindet. Filmproduzenten entdeckten die Region ab 1910 und zogen aus anderen Teilen der USA um nach Hollywood. Weitere Orte werden eingemeindet wie Venice, Watts, Santa Monica und Beverly Hills. Gilbert M. Anderson (Western) und Mack Sennett (Slapstick) feiern weltweit Erfolge. 1927 setzt sich der Tonfilm durch, der ebenfalls der Filmindustrie in der Region einen Aufschwung verleiht. Dieser Wirtschaftszweig wird immer wichtiger und lockt weitere Zuwanderer an. Ab 1929 werden die Oscars verliehen, 1940 erhält der Film „Vom Winde verweht“ zehn Oscars.
1932 finden die Olympischen Spiele erstmals in L.A. statt. Die Stadt wird Millionenstadt. In der Zeit des Zweiten Weltkriegs flüchten viele deutschsprachige Zuwanderer wie Bertholt Brecht und Thomas Mann in die Stadt. Künstler wählen ebenfalls L.A. als neue Heimat wie Jean Renoir und Igor Strawinsky.
1940 wird die erste Stadtautobahn (Pasadena und dem Norden) eröffnet. Ein großer Teil der europäischen Kulturszene verlegt sich an die kalifornische Westküste. 1943 kam es zu Unruhen (Zoot Suit Riots) zwischen Jugendbanden mexikanischer Abstammung und Soldaten. Die Stadt ist aber weiterhin im Aufschwung, auch durch die Luft- und Raumfahrtindustrie. Das Haus in der Vorstadt mit Pool und zwei Autos wird zum Symbol für den Wohlstand der Angelenos. Das Autobahnnetz wird ausgebaut.
Ab 1960 kommen die ersten Wolkenkratzer nach Downtown. 1965 gibt es wieder Unruhen, diesmal im Stadtteil Watts. Es gab Todesopfer und etliche Verletzte. Durch den immensen Autoverkehr gibt es Umweltprobleme, außerdem steigt die Kriminalität. Die Metro wird als Alternative zum Auto eingerichtet. 1984 ist L.A. erneut Olympiastadt, erfolgreichste Team werden die USA vor Rumänen und West-Deutschland.
Im Frühjahr 1992 kommt es zu den größten Rassenunruhen in den USA, als Folge des Freispruchs eines weißen Polizisten nach einer Misshandlung eines Afroamerikaners. 53 Menschen sterben.
2002 wird die Cathedral of Our Lady of the Angels (Architekt: Rafael Moneo) eröffnet. 2003 die Walt Disney Concert Hall in Betrieb genommen, in der sich u.a. auch Los Angeles Philharmonic Orchestra und die Los Angeles Master Choräle befinden. L.A. ist weiterhin ein kultureller, künstlerischer und wirtschaftlicher Hotspot in den USA, der sich auch für Sprachreisen oder Kulturreisen anbietet.